Ein Projekt zur Verringerung der Schulabbrecherquote in Europa.

 

 

Projekt: RESLEA

Problemsituation:

Schätzungsweise mehr als ein Drittel aller jungen Menschen zwischen 15-24 Jahren werden als sogenannte “NEET: Not in Education, Employment or Training” eingestuft, also Jugendliche, die nicht in Ausbildung, Arbeit oder Training sind. Während mehr als 50 % aller Jugendlichen in Europa zwischen 25 und 29 Jahren die Sekundarstufe II und 29 % eine höhere Ausbildung abgeschlossen haben, hat nur maximal ein Drittel der jungen Menschen mit benachteiligtem, sozioökonomischem Hintergrund die Sekundarstufe II abgeschlossen. Nach Angaben der erneuerten Sozialagenda (Strategie von Lissabon für Wachstum und Jobs) liegt die Zahl der jugendlichen “Schulabbrecher/-innen“ bei 6 Millionen. Weder die Faktoren, die zu Schulabbruch führen, noch die daraus folgenden Auswirkungen auf die Zukunftsaussichten und Lebenschancen dieser jungen Menschen sind hinlänglich untersucht.

Faktoren, die darüber entscheiden, ob ein Jugendlicher die Schule abbricht, sind vor allem der familiäre Hintergrund, aber auch der sozialwirtschaftliche Status, Einbindung in Gemeinschaften oder Peer Groups, Unterstützung durch Lehrkräfte sowie Schulpolitik und Schulpraxis. Der Prozess beginnt oft schon in der Grundschule mit ersten Erfahrungen von Versagen und Entfremdung von der Schule.

 Die Risiken, die aus diesem Phänomen erwachsen, entstammen primär den auf den Abbruch folgenden gesellschaftlichen oder arbeitsmarktbezogenen Integrationsschwierigkeiten; junge Menschen mit geringwertiger Ausbildung sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und folglich auch häufiger abhängig von sozialer Unterstützung, was das Eintreten von sozialer Exklusion evoziert.

Was machte das Projekt?

Das Ziel des Projektes RESLEA erscheint im Rahmenplan der Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten" der Strategie Europa 2020. Demnach soll der Prozentsatz der Schulabbrecher/-innen auf maximal 10 % reduziert und die Anzahl der Jugendlichen mit einem höherem Schulabschluss oder entsprechender Berufsausbildung auf mindestens 40 % erhöht werden (http://ec.europa.eu/sicial/main.jsp?langId=en&catId=958). 

RESLEA arbeitete sowohl auf schulinterner als auch externer, d.h. familiärer Ebene an Produkten zur Prävention und zum Schutz vor Schulabbruch. Die Produkte wirkten vermittelnd, stärkten den Gemeinschaftssinn und förderten zudem auf die Qualität von (nicht-)elterlicher Kontrolle über jungen Menschen. Sie setzten neuartige, aus dem unternehmerischen Bereich abgeleitete Führungskompetenzen ein, die auf die Bedürfnisse von Lehrkräften und Ausbilder/innen zugeschnitten wurden.

Ebenso wurden Produkte zur Abhilfe erarbeitet. Untersuchungen zum Bildungsstand und zu individuellen Chancen und Alternativen, auch unter Bezugnahme der örtlichen Bildungsbehörden, wurden regelmäßig durchgeführt. Gerade beim Matching von Abbrecher/innen und Bildungs- oder Ausbildungsmöglichkeiten hatten die Bildungsdienstleister Unterstützungsbedarf.

Die Ergebnisse wurden in jedem Partnerland auf nationaler Ebene verbreitet; ebenso wurden die Ergebnisse des Projektes in den relevanten Zielgruppen verbreitet in der Weise, dass die institutionelle und praktische, öffentliche und private, aber auch transnationale Nutzungen der Produkte sichergestellt waren; hierzu tragen regelmäßige Treffen und angemessene Webseiten bei.

Eine Zusammenfassung des RESLEA Modells kann hier eingesehen werden:

Summary Model

Zielgruppe:

Dies Projekt richtete sich an Lehrkräfte, Ausbildenden Personal, Sozialpartner,  Familien, Politiker, Experten und örtliche Behörden. Die schlussendlichen Adressaten sind die Schulabbrecher/innen.

Wie unterstützte das Projekt die Zielgruppe?

RESLEA wollte Angebot und Nachfrage des derzeitigen Ausbildungssystems auf die jugendliche Zielgruppe abstimmen und auf diese Weise die Zahl der Schulabbrecher/innen auf 10 Prozent eingrenzen, sprich das EU Ziel 2020 erreichen. Erreicht werden soll dies mittels qualitätsgeprüfter Lernsysteme, die für Menschen in allen Lebensstadien verfügbar gemacht werden, sowie durch die stärkere Einbindung von Stakeholdern (Schulen, Ausbildungseinrichtungen, Familien, Unternehmen, örtliche Behörden, Sozialpartner), und den Austausch guter Beispiele mit formalen und auch informellen Hintergründen aus den beteiligten Partnerländern.  Da RESLEA einen flexiblen und innovativen Ansatz vertritt und damit stark nachhaltig orientiert ist, konnten die Ergebnisse nach Abschluss für zukünftige Projekte aufgegriffen und auf die jeweiligen Zielgruppen und Kontexte angepasst werden. Auch die partizipative, praktische Umsetzung des Projektentwurfs diente der Nachhaltigkeit. Modell und Instrumente entstanden in Zusammenarbeit mit repräsentativen Anwender/innen und relevanten Stakeholdern, die übereinstimmend den aussichtsreichen, innovativen Ansatz von RESLEA im Kampf gegen Schulabbruch vertreten.

Die Rolle von ISOB

ISOB übernahm die interne Evaluation und unterstützte die Partner in der Entwicklung der Projektphilosophie und der Produkte.

Ziel und Umfang der internen Evaluation sei es laut ISOB, die Projektdurchführung zu begleiten und die Lerneffekte für die Beteiligten innerhalb des Projektes ebenso wie für die interessierte Öffentlichkeit herauszuarbeiten. Es handelte sich um eine angeleitete, anwendungsorientierte Form der Selbstevaluation.

ISOB kontrollierte und förderte die Zusammenarbeit der Partner mittels eines kontinuierlichen Feedbacks ausgehend von erhobenen Daten zur Kooperation und Zufriedenheit der Zielgruppen mit den entwickelten Produkten. Die Verbreitung der Ergebnisse wurde durch anwenderorientierte Zwischenberichte und Abschlussberichte unterstützt. Diese wurden im Nachklang des Projektes einem breiteren Publikum zur Verfügung gestellt. Sie zeigten die Entwicklungsschritte und Ergebnisse des Projektes  auf und benannten die Reaktionen der Zielgruppe und der Stakeholder (interessierte Parteien). Darüber hinaus wurden Empfehlungen für weitere Anwendungen und Entwicklungen des Projektes ausgesprochen.

Aktuelle Informationen aus dem Projekt:

Newsletter 1
Newsletter 2
Newsletter 3
Newsletter 4

Flyer

 
Projektpartner: 

Deutschland: Institut für sozialwissenschaftliche Beratung ISOB GmbH Regensburg, NTL – Neue  Technologien und Lernen in Europa e.V.

Ungarn:

SZÁMALK Education and Information Technology ltd.
Slowenien:  Solski center Velenje
England:  Hackney Community College, The Tavistock Institute of Human Relations
Belgien: MENON Network
Portugal: EPIS - Empresários para a Inclusão Social, CECOA - Centro de Formação Profissional para o Comércio e Afins
Antragsteller: Universidade Católica Portuguesa – CEPCEP


Kontakt:

Projekt Webseite: http://www.reslea.eu/index.php/en/

http://facebookcom/pages/Reslea/129579847181162

Ansprechperson ISOB GmbH:

Alexander Krauß

Tel: 0049 94146562680

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Laufzeit: 01. Februar 2012 bis 31. Januar 2014

 

Förderung:

Das Projekt wurde durch das Programm Lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission gefördert.